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Nach umfangreicher Sanierung wieder in Gebrauch
Dieser Abendmahlskelch aus dem 14. Jahrhundert, der sich im Besitz
unserer Kirchgemeinde befindet, konnte durch Mittel des
Landesdenkmalamtes und des Landeskirchenamtes, durch Eigenmittel der
Kirchgemeinde und durch eine größere Einzelspende restauriert werden.
Die Arbeiten waren so angelegt, dass er sich nach der Sanierung auch
für den gottesdienstlichen Gebrauch eignet. Der Kelch, der
wahrscheinlich für ein Ordenskapitel angefertigt worden war, ist
besonders aufwändig gestaltet und hat eine auffällige Größe. Die
Gemeinde nahm ihn zur Abendmahlsfeier am Gründonnerstag erstmals
wieder in Gebrauch.

Wenn der Kirchensteuermann nicht mehr kommt
- Hartmut Drews –
„Kirchensteuermann“ und Seelsorger - geht in den Ruhestand -
Zum 31. Dezember des vergangenen Jahres gab Hartmut Drews sein Amt als
Kirchgeldkassierer auf.

Wenige Tage zuvor hatte er seinen 71. Geburtstag gefeiert. Es sei nun genug,
schließlich habe er 45 Jahre und drei Monate Kirchensteuern und später das
Kirchgeld kassiert und sei dabei unendlich viele Wege gelaufen.
Angefangen hatte er im Oktober 1964. Das Kreiskirchenamt hatte ihn mit dem
Kassieren der Kirchensteuer in 52 Dörfern betraut. Sein Gebiet erstreckte sich
von Menteroda im Westen bis nach Allstedt im Osten. Mit Bahn, Fahrrad und zu Fuß
erreichte er die Menschen in den Dörfern. Zweimal im Jahr wurde das Geld
erbeten. Eine Rentnerin zahlte 5 Mark im Jahr.
Der Anfang war schwer, nicht nur wegen der Strapazen die Dörfer zu erreichen,
sondern auch wegen der Unkenntnis der Lebensverhältnisse derer, zu denen er
gehen musste. Wann war es am günstigsten, wann waren die Menschen zu erreichen,
wen konnte man gut ansprechen und vom wem bekam man eher eine Abfuhr. Es gab
Familien in denen der Ehemann nicht wissen durfte von der Kirchensteuer, die
seine Frau heimlich zahlte, oder es gab die Lehrerin, die das Geld auf der
Straße geben wollte, damit niemand sehen konnte, dass sie der Kirche verbunden
war.
Dieses zu wissen und die Erfahrung im Umgang mit den Menschen mussten wachsen,
Jahr für Jahr. Und Herr Drews schickte sich gut ein. Die Menschen öffneten ihre
Häuser und später öffneten sie sich selbst. Für viele von ihnen war er der
einzige Kontakt zur Kirche. Er gab der Kirche ein Gesicht. Die Menschen
vertrauten ihm. Sie erzählten ihre Geschichte, ihre Nöte und Freuden. Sie
wussten, er trägt es nicht weiter. Er behält es für sich. Zuweilen wurde er zu
einer Geburtstagsrunde dazu gebeten, manchmal gab es eine Tasse Malzkaffee.
Die alten Menschen erreichte er vormittags und nachmittags, die LPG Bäuerinnen
in der Mittagspause, wenn sie der „Leutewagen“ vom Feld nach Hause gebracht
hatte. Es gab Orte, wie z.B. Göllingen, da ging er in die Holzfabrik, um den
Männern die dort arbeiteten, das Geld abzukassieren. Irgendwann musste er
Garnichts mehr sagen. Man sah ihn und wusste, es ist wieder so weit, der
„Kirchsteuermann“ ist da.
Mit der Wende wurde das Finanzsystem unserer Kirche umgestellt. Auf die
Kirchgemeinden kam die Aufgabe zu, einen Gemeindebeitrag zu erheben, das so
genannte Kirchgeld. In den Dörfern, in denen Herr Drews tätig gewesen war,
wollten die Kirchenältesten das Kirchgeld selbst erheben. In der großen
Stadtgemeinde Sondershausen indes suchte man jemanden, der diese Aufgabe
erfüllen könnte. So wurde Herr Drews am 1. Januar 1991 Kirchgeldkassierer der
Trinitatisgemeinde. Es war noch einmal ein Neuanfang. Die Menschen, zu denen er
gehen sollte, waren ihm fremd und die Leute kannten ihn nicht. Zudem waren die
städtischen Verhältnisse nach der Wende von den ländlichen Verhältnissen der
DDR-Zeit grundverschieden. Auf dem Lande herrschten Offenheit und Zutrauen –
hier verschlossene Türen, Wechselsprechanlagen und Misstrauen. Manchmal fühlte
er sich, als hätte er einen Backstein in seiner Aktentasche, wenn er abends nach
Hause kam. Es brauchte auch hier seine Zeit, bis das Vertrauen wachsen konnte.
18 Jahre war Herr Drews in Sondershausen für die Kirchgemeinde unterwegs. Viele
Schicksale, viele Häuser und Familie sind ihm in dieser Zeit vertraut geworden –
vielen ist er auch hier das Gesicht der evangelischen Kirchgemeinde gewesen.
Die Kirchgemeinde ist ihm dankbar für seine Arbeit, seine Zuverlässigkeit, für
die Offenheit und Beharrlichkeit, mit der er sich der Gemeinde und der Menschen
angenommen hat.
Ökumenischer Gottesdienst am 2.2
In der letzten Januarwoche wird traditionell die Gebetswoche für die Einheit der
Christen begangen. In Sondershausen fand der ökumenische Gottesdienst aber erst
am 2. Februar im Trinitatissaal statt. Er wurde von Pfr. Vorwergk aus Jecha, Pfr.
Behr von der Trinitatisgemeinde, Pfr. Albrecht von der katholischen St.
Elisabeth-Gemeinde und Pfr. Lohß aus Stockhausen geleitet. Der ökumenische Chor
und Frau Heß, die den erkrankten Kantor Fauß vertrat, übernahmen die
musikalische Gestaltung.
Pfr. Albrecht würdigte in seiner
Predigt den vielen Menschen unbekannten Feiertag der Darstellung des Herrn, auch
Mariä Lichtmess genannt. Es ist der 40. Tag nach der Geburt Jesu. Nach jüdischer
Vorschrift galt die Frau nach der Geburt eines Knaben 40 Tage als unrein (3.
Mose 12,1–8). Als Reinigungsopfer hatte sie dem Priester ein Schaf und eine
Taube zu übergeben. Zudem wurde der erstgeborene Sohn in Erinnerung an die
Pessach-Nacht als Eigentum Gottes angesehen (2. Mose 3,2.15) und ihm im Tempel
übergeben („dargestellt“), wo er durch ein Geldopfer (4. Mose 18,16) bzw.
Tierersatzopfer auszulösen war. Das Lukasevangelium berichtet, dass der Knabe
Jesus gemäß dieser Gesetzesvorschrift von Maria und Josef zum Tempel gebracht
und das vorgeschriebene Opfer gereicht wird (Lukas 2,22–24). Dort erkennen ihn
Simeon und Hanna als Erlöser. Simeon spricht prophetische Worte aus und stimmt
seinen Lob- und Sterbegesang „Nun lässt Du, Herr, Deinen Knecht, wie Du gesagt
hast, in Frieden scheiden … “ (Lukas 2,29–32) an.
Dieser Tag gilt regional als Ende der Weihnachtszeit. Im Erzgebirge bleiben die
Schwibbögen so lange im Fenster. In Bayern war Lichtmess bis 1912 gesetzlicher
Feiertag. Es wurde der Reinigung der Maria gedacht und die Kerzen wurden in der
Heiligen Messe geweiht. Daher der Name Mariä Lichtmess.
Advent 2009 in der Trinitatisgemeinde
Am 1. Advent fand wieder ein gut besuchter Familiengottesdienst in der
Trinitatiskirche statt. Danach konnte man beim Kirchekaffee Gemeinschaft
erfahren. Die Kinder bastelten Strohsterne.
Zum dritten mal fanden vom 1. bis 23. Dezember die
Adventslesungen im Trinitatissaal statt. Jeden Abend las ein/e andere/r eine
weihnachtliche oder besinnliche Geschichte für Groß und Klein vor. Danach gab es
noch ein kurzes Beisammensein bei Kakao und Spekulatius.

Auf dem Adventsweg
in der Kirche gab es für jeden Tag ein Blatt, auf dem jeder einen Stern ablegen
konnte. Diese lagen am Heiligen Abend unter dem Weihnachtsbaum.

Am 16. Dezember war die Lesung von Luzie Aweh in die
Adventsfeier der Russlanddeutschen integriert, was bei den Anwesenden gut ankam.

Mehr und Fotos unter:
http://www.kyffhaeuser-nachrichten.de/news/news_lang.php4?ArtNr=68521
Auch in diesem Jahr wurden die Weihnachtbäume für die Kirche
wieder von Soldaten der Bundeswehr angeliefert und aufgestellt.

Das Konzert des Albert-Fischer-Chores am 4. Advent begeisterte
trotz eisiger Kälte.
Aus Anlass des Weihnachtsmarktes war die Kirche von 11 bis 17
Uhr geöffnet.

Wie in den Jahren zuvor wurde am 23.12. am Bahnhof in
Sondershausen das Friedenslicht aus Bethlehem in Empfang genommen. Nach den
Christvespern und dem Gottesdienst am 1. Feiertag konnte es von den Besuchern
mit nach Hause genommen werden.
Mehr und Fotos unter:
http://www.kyffhaeuser-nachrichten.de/news/news_lang.php4?ArtNr=68678&Step=0
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