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Passionsandachten 2018
St. Trinitatiskirche Sondershausen Wort und Musik – Passionsandachten
ab 21. Februar immer mittwochs 18 Uhr Passionschoräle
aus dem Orgelbüchlein von J.S. Bach Passionschoräle aus op. 28
von Marcel Dupré Kreiskantor Andreas Fauß | Pfarrer Christoph Behr
Die genauen Termine erfahren sie hier!

 

20 Jahre offene Trinitatiskirche
wie es begann, ein Gespräch mit Diana Axt
Frage: Wie kam es dazu, dass Sie 1998 die Kirche für Besucher öffneten?
D.A. Ich hatte von 1998 bis 2000 für 3 Jahre eine vom Arbeitsamt finanzierte Maßnahme bei der FAU. Meine Aufgabe bestand zunächst darin, die in der Kirche gelagerten alten Akten zu sortieren und im Computer zu erfassen. Ich hatte damals ein Arbeitszimmer in der Pfarrstraße 3. Dorthin brachte ich immer einige Pakete mit Akten, erfasste sie und sortierte sie in Kartons, die ich nach ihrem Inhalt beschriftete. Im Archiv wurden neue Regale aufgestellt, in die die Akten nun geordnet wieder hinein kamen.
Doch eines Tages habe ich mir gesagt: “Das bringt der Kirche nicht wirklich viel, sie muss offen sein!“ So habe ich von Anfang April bis Anfang November von Montag bis Freitag jeden Vormittag und Nachmittag die Kirche aufgeschlossen. Vor der Öffnungszeit war ich im Büro.
Frage: Wer kam da, wie wurde es angenommen?
D.A. Die Leute waren eine offene Kirche nicht gewohnt. Ich habe mich deshalb vor die offene Kirchentür gestellt und Leute, die zaghaft geschaut haben, eingeladen herein zu kommen. Bald kam mir die Idee, an das Geländer über dem Eingang ein großes Plakat „offene Kirche“ zu hängen, das schon aus der Pfarrstraße zu sehen war. Mein Mann half mir bei der Umsetzung.
Ich staunte, woher die Besucher kamen. Sie kamen aus ganz Deutschland und dem Ausland.
Frage: Wie entwickelte es sich?
Bald schaffte ich ein Gästebuch an, in das sich die Besucher eintragen konnten, was sie auch gern taten.
Durch das Aktenstudium hatte ich mir viele Kenntnisse zur Historie und Kunst in unserer Kirche angeeignet und konnte Kirchenführungen anbieten. Eine Kurzfassung auf einem A4-Blatt legte ich in der Kirche aus. Ich hatte auch eine kindgerechte Führung erarbeitet, die von Schulklassen der Grundschulen und der Förderschule gut angenommen wurden.
Eines Tages sprach mich unser Kantor Jens Goldhardt an, ob ich ihm nicht helfen könnte, die CDs, die er auf der 1997 festiggestellten Heyorgel eingespielt hatte, in die Hüllen zu verpacken. Doch was nützt die schönste Verpackung, wenn sie dann nicht verkauft werden, zumal die Leute gleich danach fragten. Ich verkaufte nun also auch die CDs, Hefte über die Kirche und die Orgel sowie Fliesen mit dem Motiv unserer Kirche.
Die Beschäftigung mit den Akten brachte mich auf die Idee, bildhafte Aushänge mit den Pfarrern und Kantoren der Vergangenheit bis in die Gegenwart sowie einen geschichtlichen Abriss zur Entstehung der Trinitatiskirche zusammenzustellen. Des Weiteren dokumentierte ich die angefallenen Bauarbeiten, seit dem Bestehen der Kirche, bis zum Jahr 2000. Sie hängen heute noch auf der Empore vor der Andreaskapelle.
Ich wurde von Menschen angesprochen, die gern zu ihrem Gebet eine Kerze anzünden wollten. So besorgte ich Teelichter. Doch es fehlte ein geeigneten Ort, sie abzustellen. Der Gemeindekirchenrat beschloss daraufhin, vom Sondershäuser Künstler Willi Barthels einen geeigneten Leuchter anfertigen zu lassen.
Eine besondere Freude für die Besucher war es, wenn Jens Goldhardt und Ralf Benschu (Musiker bei „Keimzeit“ in der Kirche probten, und sie still lauschen konnten.
Frage: Gab es Highlights?
D.A. Eins davon war der Besuch des damaligen Thüringer Innenministers Richard Dewes, dem ich unsere Kirche vorstellen durfte. Da war sogar das Fernsehen dabei und wurde auch im MDR übertragen.
Ein anderes war das Stadtfest, zum 875. Stadtjubiläum, im Jahre 2000. Auch hier wurde das Angebot der offenen Kirche sehr gern angenommen.
Mitunter gab es so große Reisegruppen, dass ich die vorhandene Tontechnik für meine Erläuterungen nutzte.
Frage: Sie beschäftigen sich auch mit Ahnenforschung?
D.A. Ja, diese Aufgabe habe ich vom damaligen Kirchenältesten und Vorsitzenden des Geschichts- und Altertumsvereins Karl-Heinz Becker übernommen. Er war mir eine große Hilfe beim Lesen der alten Sütterlinschrift, denn die alten Akten sind Handschriften. Ich lernte bei ihm die Recherche in alten Kirchenbüchern. Vor Einführung der Standesämter wurden Geburten, Hochzeiten und Sterbefälle nur in den Kirchen erfasst. Viele Menschen fragen heute noch nach ihren Vorfahren. Doch die Pfarrer haben andere Aufgaben und können das nicht leisten.
letzte Frage: Was machen Sie eigentlich beruflich?
D.A. Ich habe Schwermaschinenbau studiert und als Diplomingenieur abgeschlossen. Bis zur Abwicklung nach der Wende war ich bei der IFA in Nordhausen tätig.
Heute arbeite ich als Dozentin in Integrationskursen für Ausländer und in Alphabetisierungskursen für Ausländer und Deutsche.
Danke für das Interview.

 

 

Pfr. Wegner verabschiedet  

Am Sonntag, dem 21. Januar wurde Pfarrer Friedrich Wegner im Gottesdienst durch Superintendent Kristóf Bálint verabschiedet und von seinen Dienstpflichten entbunden. Er war seit Januar 2017 als „Springer“ in unserem Kirchenkreis tätig, ab Mai als Vakanzvertretung in unserem Kirchengemeindeverband. Nach einer Bewerbung in den Franckeschen Stiftungen Halle, bekam er nun von der Landeskirche die dortige Pfarrstelle für die Dauer von sechs Jahren übertragen und wechselt zum 01. Februar von der Wipper an die Saale. Im Gottesdienst erhielt er den Segen von den anwesenden Kirchenältesten und Pfarrern. Anschließend gab es bei Kaffee und Kuchen im Trinitatissaal noch einmal die Gelegenheit zum Gespräch und Dankesworten vom Kirchenkreis und aus den Gemeinden. Pfr. Wegner betonte, dass er in jeder Gemeinde Neues kennen gelernt und wertvolle Erfahrungen gesammelt hat.  
Fotos von Karl-Heiz-Hermann Pfarrer und Kirchenälteste danken Pfr. Wegner Pastorin Steffi Wiegleb vom Kreiskirchenrat und Superintendent Kristóf Bálint mit Pfr. Friedrich Wegner  
Foto von Uta Köstler Kaffee im Trinitatissaal